aktuelle Lawinenlage
Wenn jede Minute zählt – im Einsatz für eure Sicherheit im alpinen Gelände
Der Winter in den Bergen fasziniert – er fordert aber auch Respekt, Erfahrung und Verantwortung. Lawinenabgänge gehören zu den größten Gefahren im alpinen Raum. In den vergangenen Wochen wurden wir als Bergrettung mehrfach zu herausfordernden Einsätzen gerufen, die eindrucksvoll zeigen, wie schnell aus einer Tour ein Ernstfall werden kann.
Erfolgreiche Lawinenrettung in Donnersbachwald
Am Donnerstag, den 15. Jänner kam es im Bereich der Gstemmerscharte in Donnersbachwald zu einem Lawinenabgang. Nach einem alpinen Notruf wurde umgehend ein Großalarm ausgelöst. Zeitgleich wurden Hubschrauber, spezialisierte Lawineneinsatzteams sowie zahlreiche Einsatzkräfte alarmiert.
Dank des schnellen Zusammenspiels aller Beteiligten konnte eine verschüttete Person rasch lokalisiert und aus den Schneemassen befreit werden. Nach der notfallmedizinischen Erstversorgung erfolgte der Transport ins Krankenhaus. Einsätze wie dieser zeigen: schnelles Handeln, Ausbildung und moderne Ausrüstung retten Leben.
Tragisches Lawinenunglück im Pusterwald
Nur wenige Tage später, am Samstag den 17. Jänner ereignete sich im Raum Pusterwald ein schweres Lawinenunglück. Drei Wintersportler verloren dabei ihr Leben, vier Begleiter konnten unverletzt gerettet werden. Trotz rascher Lokalisierung der Verschütteten kam für sie jede Hilfe zu spät. Die Bergung stellte die Einsatzkräfte aufgrund der Witterung und der Geländesituation vor enorme Herausforderungen.
Aktuelle Lawinensituation: erhöhte Vorsicht geboten
Derzeit herrschen sehr anspruchsvolle Lawinenverhältnisse. Auch wenn der Lawinenlagebericht oft nur eine geringe bis mäßige Warnstufe ausweist, darf die Gefahr keinesfalls unterschätzt werden.
Besonders in steilen, schattigen Hanglagen und bestimmten Expositionen haben sich durch starken Wind gefährliche Triebschneeansammlungen gebildet. In Kombination mit der bestehenden Altschneesituation entstehen Schwachschichten, die bereits bei geringer Zusatzbelastung auslösen können. Allein in unserer Region wurden in kurzer Zeit mehrere Lawinenereignisse mit Verschütteten gemeldet.
Unser Appell an alle Tourengeher:innen
Sicherheit beginnt lange vor dem ersten Schritt ins Gelände:
- Touren sorgfältig planen und defensiv durchführen
- Lawinenlagebericht aufmerksam lesen
- Hangneigung, Exposition und Höhenlage berücksichtigen
- Schneedecke laufend beobachten (Risse, Setzungsgeräusche, Triebschnee)
- LVS, Sonde und Schaufel mitführen – und den Umgang regelmäßig trainieren
Gemeinsam für mehr Sicherheit am Berg
Die Bergrettung steht rund um die Uhr bereit – ehrenamtlich, hoch ausgebildet und mit großer Leidenschaft. Doch kein Einsatz ersetzt eine gute Vorbereitung und verantwortungsvolle Entscheidungen im Gelände.